Autofahrer nutzen zunehmend Benzin-Preistäler

26. März 2017

Studie des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV): Markttransparenzstelle zeigt Wirkung

Grafik: DICE Consult im Auftrag des MWV

BERLIN. - Autofahrer in Deutschland nutzen seit dem Start der Markttransparenzstelle verstärkt Tagestiefs beim Benzinpreis. Sie tanken infolgedessen günstiger, als es herkömmliche Statistiken bislang ausweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Professor Justus Haucap, ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission. „Grund ist eine verstärkte Benzinnachfrage zu Zeiten mit niedrigen Preisen nach Einführung der Markttransparenzstelle“, so Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE). „Das Verhalten der Autofahrer deutet daraufhin, dass sie offensichtlich die Online-Preismelder intensiv nutzen, um in Preistälern günstig zu tanken.“

Die Studie im Auftrag des Mineralölwirtschaftsverbandes erfasst nicht nur die durchschnittlichen Tankstellenpreise, sondern auch die zu den jeweiligen Preisen getankten Mengen. Dadurch lassen sich erstmals aussagekräftige, nämlich mengengewichtete Benzinpreise ermitteln. Untersucht wurden Tankstellen der großen Mineralölkonzerne in Hamburg, München, Köln und Leipzig stichprobenartig in den Jahren 2012 und 2015.

Im Jahr 2012 lag der durchschnittliche Benzinpreis unter Berücksichtigung der getankten Mengen 1,47 Cent unter dem reinen Durchschnittspreis. Im Jahr 2015 betrug dieser Abstand schon 3,24 Cent, also mehr als das Doppelte (siehe Grafik). Das heißt: Die dank Markttransparenzstelle besser informierten Autofahrer tankten 2015 verstärkt in den Preistälern.

Hochgerechnet auf ganz Deutschland haben die Verbraucher demnach im Jahr 2015 rund 800 Millionen Euro weniger bezahlt als bei der herkömmlichen Preisbetrachtung, bei der die zum jeweiligen Preis getankte Menge nicht berücksichtigt wird. Der größer werdende Unterschied deutet auf eine intensive Nutzung der Preismelder hin. Die Tankstellenpreise werden seit Herbst 2013 in Echtzeit von Vergleichsportalen im Internet und von Smartphone-Apps an Autofahrer durchgeleitet.

Die Studie ist einzusehen auf der Homepage des MWV: www.mwv.de.