Rohöltransporte im Nadelöhr von Hormuz: Kein stilles Wasser

17. Juli 2012

LEIPZIG. (UNITI Mediengruppe) Es ist pure Nervosität. Gegen 18:30 Uhr melden Medien einen „Zwischenfall im Persischen Golf“. Die US-Marine nimmt ein Boot unter Beschuss. Ein Mensch stirbt. Die Weltgemeinschaft hofft: Bloß kein Iraner. Wenig später dann „Entwarnung“, wenn man das denn so nennen darf: Ein indisches Fischerboot habe mehrere Warnungen ignoriert, verteidigt sich die Marine; man wolle die Angelegenheit untersuchen.

Parallel wird gemeldet, dass die USA nach iranischen Raketentests eine Abwehrstation im Katar errichten wollen. Das Emirat liegt am Persischen Golf, dem Iran gegenüber. Marktbeobachter nehmen die Vorgänge als wichtigste Begründung für den fortwährenden Aufwärtstrend der Rohölnotierungen her. Und zwar nicht nur wegen des drohenden Konflikts selbst, sondern auch wegen der Fehlmengen durch das Embargo.

Bei dünner Nachrichtenlage bewegten sich (und bewegen sich noch immer) die Rohölnotierungen leicht über dem gestrigen Niveau: bei 103 Dollar für ein Barrel Nordseeöl (Brent) und bei 88 Dollar für ein Barrel amerikanisches Leichtöl (WTI). Mehr Schwung in den Markt dürften unabhängig von ihrer Stoßrichtung die Ben-Bernanke-Worte bringen: Der Notenbankchef spricht heute und morgen vorm US-Kongress.

Der Euro macht einen Satz nach oben, gleicht damit den gestrigen Satz in die Gegenrichtung mehr als aus. Heizöl könnte sich heute dennoch verteuern, denn auch die Preise des Ausgangsprodukts (Rohöl) und des direkten Vorprodukts (Gasoil) haben im 24-Stunden-Vergleich angezogen.