Rohöl-Preisentwicklung: Keine klaren Signale aus Übersee

12. Juli 2012

LEIPZIG. (UNITI Mediengruppe) Der Blick ging über den Teich. Zwei Interessantigkeiten standen auf der US-Agenda, keine davon veränderte die Welt dramatisch. Erstens: Die DoE-Zahlen. Das amerikanische Energieministerium zählt allwöchentlich das in den Staaten vorhandene Öl in all seinen Darbietungsformen. Ergebnis: Deutliche Rohölabbauten, und ebenso deutliche Aufbauten bei den Produkten. Summa summarum kaum Änderungen der Gesamtmenge, aber Spielraum für Interpretation: Die Nachfrage scheint gering, obwohl der Ottonormalamerikaner den 4. Juli traditionell für spritfressende Ausfahrten nutzt. Trotz weniger Rohöl in den Lägern also kein Preistreiber. Wenn weniger Angebot auch auf weniger Nachfrage trifft, ist alles im grünen Bereich. Zweitens: Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC für Federal Open Market Committee) hat getagt. Wie so häufig geht es um stützende Maßnahmen zugunsten von Konjunktur. Die schwächelt wohl noch nicht genug, so dass sich die FOMC-Mitglieder mehrheitlich verweigern.

Konsequenz dieser Ereignisse: Richtungsweisendes war nicht dabei, der zu beobachtende mäßige Auftrieb wird eher technischen als fundamentalen Einflüssen zugeschrieben. Nordseeöl (Brent) und US-Leichtöl (WTI) haben sich insgesamt gesehen ein wenig verteuert. WTI wird für 85,50 Dollar je Fass gehandelt, das Barrel Brent schwankt indes zwischen zwei- und dreistellig.

Den Euro hat gestern einmal mehr ein neues Zwei-Jahrestief erreicht. Das ist kaum mehr eine Nachricht, weil es zuletzt gehäuft geschah. Diesmal ist der Minus-Gegenwert 1,2227 Dollar, das unterbietet das vorherige Zweijahrestief nur knapp. Beim Heizölpreis darf mit wenig Veränderung gerechnet werden.